Münchener Weinherbst 2017

Am letzten Oktoberwochenende fand auf der Münchner Praterinsel der Münchner Weinherbst statt. Die Weine der drei folgenden Weingüter haben uns besonders gut gefallen.

Weingut Quint, Wintrich

Das an der Mosel gelegene Weingut bearbeitet sowohl Tallagen, wie etwa die Wintricher Stefanslay als auch Steillagen. Während erstere durch Ablagerungen der Mosel, wie Sand und Kies sowie von Lehm und Ton geprägt sind, findet sich in Steillagen überwiegend verwitterter Schiefer. Dort wird auch der Riesling angebaut, der gut das vorherrschende Terroir widerspiegeln kann. Zu den Rieslinglagen gehört in jedem Fall die Lage Wintricher Großer Herrgott.
Begonnen haben wir die Verkostung mit dem trockenen Gutswein Riesling 2016 (€ 5), ein guter Wein, zitrusfrisch, mit floralen Noten, einer guten Mineralität und einem guten Abgang. Der Riesling Classic feinherb 2016 (€ 5,50) gut bis sehr gut, mit sortentypischer Frucht und schönem Spiel der zitronigen Säure und der zarten Restsüße. Mindestens ebenso schön die Quintessenz feinherb 2016 (€ 9,50), einem spontan vergorenem Riesling, mit guter Komplexität, sehr ausgewogen, mit salzig-mineralischem Abgang. Sehr gut der Riesling Spätlese feinherb 2014 (€ 7,50), auch wiederum sehr mineralisch, mit frischer Frucht, ansprechender, präsenter Säure und einem sehr guten Abgang.
Die sehr gute Beerenauslese Wintricher Großer Herrgott 2015 (€ 25, 0,375 l) sehr dicht und konzentriert, mit Karamell, Vanillepudding, Apfel und getrockneter Feige, mit einer angenehmen, präsenten Süße, gut in Balance mit der fruchtigen Säure und einem sehr schönen Abgang.

Weingut Wernersbach, Dittelsheim-Heßloch
Die Reben des Weinguts wurzeln in kalksteinreichen Ton-Böden des rheinhessischen Wonnegaus, überwiegend in Heßlocher und Bechtheimer Lagen, wie beispielsweise Liebfrauenberg, Edle Weingärten und Mondschein bzw. Hasensprung, wie Stephan Wernersbach, Kellermeister des Weinguts erzählt.
Wir haben uns auf Riesling kapriziert und verkosten zuerst die Riesling-Ortsweine aus dem Jahr 2015 Vom Eisenerz, Auf den Aupern und Mondschein. Alle drei sind gute Weine mit ansprechender Säure und jeweils eigenem Charakter. Der Riesling „Vom Eisenerz“ 2015 von Tonböden mit hohem Anteil stark eisenhaltiger Erze, zeigt sortentypische Frucht, wie Aprikose und einen sehr ordentlichen Abgang. Leichter und beschwingter, mit mehr Zitrus, der auf Kalkmergel mit Kalksteinanteil gewachsene Riesling „Auf den Aupern“ 2015. Tonmergelböden mit Kalkschichten in guter Südlage liefern Trauben für den Riesling „Mondschein“ 2015, der mit floraler Nase, animierender Säure und schönem Nachhall überzeugte. Die Preise dieser Ortsweine liegen einheitlich bei € 8,50 ab Hof. Der Riesling Ars Antiqua 2014 (€ 12,90) wird sowohl in Holz als auch Edelstahl vergoren und ausgebaut und verbindet so auf gekonnte Weise Aromen des Riesling mit jenen einer Reifung im Akazienholz.
Seit einigen Jahren gehört, wie Stephan Wernersbach sagt auch „ein Filetstück, weiter oben“ der Westhofener Lage Aulerde zum Weingut. Der sehr gute Riesling Aulerde 2016 (€ 15,90) zeigt straffe Säure, ebensolche Frucht sowie eine packende Säure einen guten Grip und einen sehr guten, mineralischen Abgang .

 

Weingut Fluhr-Eller, Dorn-Dürkheim
Das ebenfalls in Rheinhessen ansässige Weingut Fluhr-Eller hat Reblagen im Bereich Nierstein, um die Orte Alsheim und Guntersblum sowie im Roten Hang in der Gemeinde Nierstein. Ökologisch und nachhaltig wird der Wein produziert.
Zwei Rieslinge haben wir verkostet, der erste, ein Riesling 2016 (€ 5,50), dessen Trauben auf kalkreichem Boden gewachsen waren, erwies sich als wirklich guter sortentypischer Rieslings-Gutswein, frisch, mit viel Zitrus, runder Säure, gut in Balance mit der Restsüsse und feinem mineralischem Abgang . Sehr gut der Riesling vom Rotliegenden 2016 (€ 8,90), mit guter Struktur, schönem Körper, kräuterig und mineralisch sowie einem guten Abgang. Da sich leider kein anderer Riesling im zum Münchner Weinherbst mitgebrachten Portfolio des Weinguts befand, haben wir noch den Sauvignon Blanc 2016 (€ 6,90) und den Weißburgunder vom Fischerpfad 2016 (€ 8,90) verkostet. Beides sehr gute sortentypische Weine, mit gutem bis sehr gutem Abgang. Der Sauvignon mit einer sehr ansprechenden, frischen Säure und spürbarem Restzucker, der Weißburgunder straffer im Charakter.

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