Hochwertiger Trebbiano Toscano – Bòggina B von Petrolo

Blick auf das Val d’Arno

In Italien ist Trebbiano die zweithäufigste angepflanzte weiße Rebsorte. Allerdings beinhaltet die Aussage all jene Rebsorten, die  Trebbiano im Namen führen, jedoch nicht zwangsläufig miteinander verwandt sein müssen. Die Sorten Trebbiano di Spoletino, Trebbiano d’Abruzzo oder Trebbiano Toscano, um nur einige zu nennen, repräsentieren unterschiedliche Rebsorten. Andere wiederum, wie Trebbiano di Soave und Trebbiano di Lugana sind jedoch identisch, obwohl sie unterschiedliche Namen tragen.

Am weitesten verbreitet in Italien ist Trebbiano Toscano, dem nachgesagt wird, dass er leichte, frische unbedeutende Weine erbringt. Das würde erklären, warum angeblich auch in Italien die Produktion von Trebbiano zurückgeht, stehen doch zunehmend aromatisch anspruchsvollere Sorte im Fokus der Kunden. Allerdings gibt es in den letzten Jahren auch Trebbiano-Weine, – gewonnen aus alten Klonen, reinsortig ausgebaut und/oder maischevergoren -, die zeigen, dass Trebbiano auch wesentlich höhenwertige Weine erbringen kann. Wir haben einen dieser Vertreter aus einem alten Klon von Trebbiano Toscano aus der DOC Valdarno die Sopra verkostet, – nach Angaben von Walter Speller dort auch Trebbiano Rosso genannt -, den 2021 Bòggina B des Weinguts Petrolo.

Ein Wein von weit über 40 Jahre alten Reben, die Trauben handgelesen und in Tonneauxs sowie eigens für diesen Wein konzipierten und angefertigten französischen Eichenfässern spontan vergoren. Der Wein wird dann im gleichen Fass separat ausgebaut, wobei der Wein 15 Monate „sur lies“ verbleibt und die Häufigkeit der Bâtonnage mit der Zeit zunehmend abnimmt.
Das Weingut Petrolo, bekannt auch wegen seines Merlot Galatrona, liegt etwa auf Höhe von Arezzo, südöstlich des Chianti Classico-Gebiets. Die 35 Hektar Weinberge des Weinguts liegen in der DOC Val d’Arno di Sopra auf Höhen zwischen 250 und 500 Metern über dem Meer. Die Trauben gedeihen auf mäßig lockeren Böden aus Mergel, Sandstein und Schiefer. Der Hektarertrag liegt bei nur etwa 20-25 hl/ha. 

2021 Bòggina B, Petrolo
Feuerstein in der Nase, wachsig, würzig, floral, voll salziger Mineralität. Guter Körper, präzise Säure, extrem langer, mineralischer Abgang, mit zarten Sherrynoten ausklingend. Hervorragender Wein.

Schreibe einen Kommentar