Garagenweine von Solaris und Cabaret Noir

Solaris und Cabaret Noir, das waren die Empfehlungen der Rebschule Freytag, hinsichtlich der am besten geeigneten Rebsorten für einen Weinberg im Voralpenland nahe München – beides Piwi-Sorten, d.h. pilzwiderstandsfähig gegen echten und falschen Mehltau (Oidium und Peronospora) sowie Graufäule (Botrytis). Beide Sorten sollen schon Anfang September reifen, sollten also auch unter den klimatischen Bedingungen des Alpenvorlandes reife Trauben mit ansprechend hohen Oechsle-Werten liefern. Solaris soll Anfang September oft schon in Auslesequalität gelesen worden sein. Beide Rebsorten haben Beeren mit dicker Haut, was das Risiko für Botrytis verringert und sich damit auch positiv auf den Lesezeitraum auswirkt. Der Geschmack der Weine von Solaris und Cabaret Noir ist beschrieben, ob jedoch Weine von Solaris „stoffig mit fruchtiger, fein eingebundener Säure“ sind und „eine ausgeprägte Fruchtigkeit nach Quitte, Mirabell, Mandel und Karamell“ haben oder „die reifen Tannine das angenehm weiche Geschmacksprofil“ der Weine von Cabaret Noir abrunden, welche „Aromen von dunkler Kirsche, Wacholderbeere und Veilchen“ aufweisen, wollten wir doch lieber selbst überprüfen. Deswegen wollten wir Wein beider Sorten bestellen, was sich jedoch für Cabaret Noir als gar nicht so einfach herausstellte, ist diese Rebsorte doch noch relativ neu. Anders bei Solaris, die sich, mit inzwischen fast 150 ha Anbaufläche in Deutschland schon sozusagen etabliert hat.

Letztendlich wurden wir in der Pfalz fündig, wir bestellten bei der Weinmanufaktur Metz. Der Besitzer, ein Bandirektor im Ruhestand betreibt auf 0,25 ha Weinbau in Herxheim, wobei sich Solaris und Caberet Noir die Rebfläche hälftig teilen. Herr Metz war so nett, mir Weinberg und seine Arbeitsweise dort als auch im Weinkeller zu skizzieren. Der Weinberg, eine Hanglage zum Süden, weist einen sandigen Lehm-Lössboden auf. Der Ertrag wird durch Rebschnitt, Ausbrechen und Grünlese auf etwa 5.000 kg pro Hektar beschränkt. Die Lese erfolgt selektiv mit der Hand. Der Ausbau der Weine findet überwiegend in Edelstahltanks statt, nur beim Cabaret Noir wird eine Teilmenge im Barrique mit dritter Belegung ausgebaut. Die Weine verbleiben bis zur Abfüllung auf der Vollhefe und werden mit einmaliger Filtration, ohne Schönungsmittel und möglichst geringer Schwefelung abgefüllt. Alle verkosteten Weine waren sehr gut und weisen ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis auf (Solaris 6,50 €, Cabaret Noir 8,50 € )

Solaris 2016, Weinmanufaktur Metz
Helles strohgelb mit grünen Reflexen. Im Duft Zitrus, Geißblatt, Honig. Im Mund Zitrus, Gerbstoff, Honig, Nektar, Brennnessel, pflanzliche Noten, spürbare Säure, hat Grip, guter Abgang, getragen von Zitrus und pflanzlichen Noten.

Solaris Spätlese trocken 2017, Weinmanufaktur Metz
Helles Strohgelb. In der Nase Zitrusnoten, Mandel, Quitte und feinwürzige Noten, zarte Rauchigkeit. Am Gaumen Zitrus, Quitte, Birne, etwas Apfel und leicht würzige Noten, frische feine Säure, zarter Gerbstoff, guter Abgang, in dem Zitrus, zart kräuterige sowie mineralische Noten persistieren.

Caberet Noir 2015, Weinmanufaktur Metz
Sehr elegant, mit feinen Tanninen, Kirsche, dezente, leicht pfeffrige Würze, sehr zartes Marzipan, florale Noten, guter, sehr langer Abgang.

Caberet Noir 2016, Weinmanufaktur Metz
Kirschrot mit zarten purpurnen Reflexen, ausgeprägte Schlieren, Kirsche und dunkle Beeren, kräftiges Tannin, Nelke, Piment, Kakao, gute Struktur, straff mit Grip, dennoch harmonisch, fruchtiger und insbesondere feinwürziger schöner Abgang.

Caberet Noir 2017, Weinmanufaktur Metz
Kirsche, Schokolade, saftig, Marzipan, feine Taninne, noch in Abrundung, sehr frische, angenehme Säure, guter, langer fruchtiger Abgang mit zartem Kakao.

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