Anfang Oktober dieses Jahres führte die Sherryreise der Weinakademiker nach Jerez de la Frontera und Sanlucar de Barrameda. Im ersten Teil gibt es die Vorstellung und Bilder von den besuchten Bodegas von Jerez.

Bodegas Rey Fernando de Castilla

Die Bodega, 1960 gegründet, sieht auf eine rund 200-jährige Geschichte im Weinbau zurück. Kurz vor Beginn dieses Jahrhunderts übernahm Jan Pettersen, – ehemals im Vorstand, der auch im Sherry-Business involvierten Firma Osborne -, zusammen mit anderen Geldgebern das Unternehmen. Obwohl sich im Portfolio des Unternehmens mehrere 20 bis 30-jährige Sherrys befinden, werden diese unter dem Namen Antique auf den Markt gebracht und nicht als V.O.S.- oder V.O.R.S.-Sherry. Dies vor allem auch deswegen, da man der Meinung ist, dass dieses System den mannigfachen Ausdrucksmöglichkeiten alten Sherrys nicht gerecht wird.


Bodegas Tradición

Die Ursprünge der Bodegas Tradición gehen bis ins Jahr 1650 zurück, in der jetzigen Form wurde sie jedoch erst 1998 neu gegründet. Im Mittelpunkt ihrer Ausrichtung steht die traditionelle Herstellung von Sherry, um damit auch die traditionellen originären Stile zu erhalten. Der Fokus liegt dabei auf sehr alten Sherrys, die weder einer Kaltfiltrierung, einer Klärung, Stabilisierung oder dem Hinzufügen von beispielsweise Zucker unterworfen werden. Alles wird von Hand gemacht inklusive dem Abfüllen, der Etikettierung und der Kapselversiegelung der Flaschen.


González-Byass

Das im Jahr 1835 von Manuel María González Ángel gegründete, ab 1855 gemeinsam mit dem englischen Handelspartner Robert Blake Byass als Teilhaber fortgeführte Unternehmen ist heute im Alleinbesitz der Familie González und zählt zu den bedeutendsten Konzernen Spaniens. Auf über 1350 ha stehen Reben unter Ertrag. Neben der Herstellung von Sherry und Brandy, wie in der Bodega in Jerez, gehören zum Imperium der Familie González unter anderem auch Bodegas, die Still- oder Schaumwein produzieren, wie beispielsweise die Bodega Beronia in Rioja oder die Cavas Vilarnau in der Nähe von Barcelona. Verkostungen süßer Sherrys von González-Byass finden Sie hier.


Bodegas Valdespino

Valdespino hat seine Ursprünge im 13.Jahrhundert und gehört somit zu den ältesten Bodegas von Jerez. Heute befindet sich Valdespino im Besitz der Grupo Estévez. Bei Valdespino legt man sehr viel Wert auf Weinlagen und Terroir. Der auch bei Equipo Navazos involvierte Önologe und technische Direktor Eduardo Ojeda, vermittelte anhand der Verkostung von Grundweinen aus verschiedenen Lagen, – darunter mit Macharnudo eine der besten -, den Einfluss eben dieses Terroirs. Der Fino Inocente ist ein Sherry der einer einzigen Weinlage entstammt. Wenn man Eduardo Ojeda bei der Präsentation der Weine erlebt, weiß man dass er beständig an seinen hohen Qualitätsansprüchen festhält.


Bodegas El Maestro Sierra

Im Jahr 1830 begann José Antonio Sierra seine eigene Bodega, nachdem er lange Jahre der Fassbinder von González-Byass gewesen war. Gegen viele Widerstände brachte er die Bodega voran. Heute besitzt die Bodega wohl die meisten und auch ältesten Sherryvorräte und benutzt zudem auch einige der ältesten Soleras im Raum Jerez. Nach wie vor werden Fässer durch einen hauseigenen Fassbinder in der Bodega repariert und renoviert.


Bodegas Diéz-Mérito

Die Bodegas Diéz-Mérito befindet sich wenige Straßenzüge östlich der Altstadt von Jerez. Sie gehört zur Gruppe Federico Paternino, die auch Weinbesitzungen in Rioja und Ribera del Duero hat. Drei V.O.R.S-Sherrys standen hier zur Verkostung an: Der Pedro Ximénez Vieja Solera, der Oloroso Victoria Regina und der Fino Imperial– dieser darf zwar mit der Bezeichnung Fino verkauft werden ist aber nach den DO-Vorschriften ein Amontillado.

 

 


Impressionen von Jerez

 


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