Valtellina – mineralische Nebbiolo von ARPEPE

weinlagen-oberhalb-weingut-arpepeChiavennasca heißt der Nebbiolo im Valtellina. Die Reben gedeihen an steilen terrassierten Hängen an der Adda in Höhen bis zu 800 m. Lange Sommertage mit kühlen Nächten und milde Luftströmungen vom Comer See ermöglichen ein sehr gute Traubenreifung. 3.000 Winzer erzeugen auf rund 1.200 ha hauptsächlich Weine aus Chiavennasca.  Neben dem frischen und meist sehr fruchtigen und schon sehr früh gut trinkbaren Rosso di Valtellina DOC (Demoninazione di Origine Controllata) mit mindestens 11% Vol. Alkohol existieren noch zwei DOCG (Demoninazione di Origine Controllata e Garantita)-Weine, der Valtelllina Superiore DOCG und der Sforzato oder Sfursat di Valtellina DOCG. Der Valtelllina Superiore DOCG mit mindestens 12% Vol. Alkohol reift mindestens 24 Monate, die Riservas mindestens 36 Monate.

grumello-sassella-infernoZudem gibt es geografische Unterzonen, die auf dem Etikett ausgewiesen werden: Maroggia, Sassella, Grumello, Inferno und Valgella. Der Sforzato (Sfursat) di Valtellina DOCG braucht mindestens 14% Vol. Alkohol aber nur 20 Monate Reife, die aber wie bei den Superiore auch zumindest 12 Monate im Fass erfolgen muss.
Die Valtelllina Superiore DOCG sind etwas säure- und auch tanninreicher als die Nebbiolo aus dem Piemont, wie beispielsweise Barolo, aber nicht so körperreich und ein wenig alkoholschwächer.

sfursat-di-valtellinaDer Sforzato (Sfursat) di Valtellina DOCG ist ähnlich dem Amarone aus rosinierten Trauben hergestellt,  ein trockener Passito, also ein trockener Wein mit etwas mehr Restsüße  und deswegen von seinem Charakter her dem Amarone vergleichbar.

Nur wenige kleinere Erzeuger präsentieren sich im Markt des Valtellina, dessen Produktion zu 88% durch Handelshäuser und weiteren fast 10% durch Genossenschaften erfolgt.
Ein kleiner ausgezeichneter Hersteller ist der Betrieb ARPEPE in Sondrio, heute geführt von den Kindern des namengebenden Gründers Arturo Pelizzatti Perego. Am letzten sehr regnerischen Julisamstag dieses Jahres besuchten wir das Weingut, dass direkt unterhalb  steiler, terrassierter Weinlagen liegt. Auf den Besitzanteilen ARPEPEs an Grumello, Sassello und Inferno finden sich fast ein Dutzend unterschiedlicher Klone des Chiavennasca. Die Sorgfalt wird groß geschrieben bei ARPEPE und so werden Riservas nur in ausgezeichneten Jahren wie 2002, 2005, 2007, 2009 oder 2013 hergestellt.
Verkostet haben wir vier Weine im neuen, direkt neben der Kellerei liegenden Verkostungsraum.verkostet-weine-arpepe

Rosso di Valtellina DOC 2014
Granatfarben, fruchtig, frisch, leichte Vanille, rassige Säure, dunkle Holznoten, gut spürbares Tannin, ordentlicher Abgang. Guter Wein.
Ausbau drei Monate in grossen  Eichenholzfässern und mindestens drei Monate in der Flasche. Aus den Lagen Sassella und Grumello. 15.- €

Grumello Rocca De Piro DOCG 2011
Helles Orangerot. Vergorene Erdbeeren, dunkle Pflaumen, florale sowie röstig-holzige Noten, orangige, sehr pikante Säure, schöner Abgang, sehr guter Wein.
Ausbau zwei Jahre in grossen  Eichenholzfässern und mindestens sechs Monate in der Flasche. 22,50 €


Grumello Buon Consiglio DOCG 2007
Säuerliche rote Früchte, leicht erdige Noten, morbides, feines Tannin, etwas Aceton, im guten Abgang leichte Wärme, sehr anschmiegsamer, guter Wein.
45 Tage auf der Maische vergoren. Ausbau vier Jahre in grossen  Eichenholzfässern und mindestens ein Jahr in der Flasche. 37,50 €

Sassella Rocce Rosse DOCG 2005
Konzentriertes Erdbeerkompott, nussige, leicht oxidative Noten, sehr gute Struktur und gutes Tanningerüst, komplex, elegant, im Abgang mineralisch. Ausgezeichneter Wein.
48 Tage auf der Maische vergoren. Ausbau vier Jahre in grossen Eichenholzfässern, abgefüllt 2013.  37,50 €

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